Formulare optimieren – 9 Tipps

Auf vielen Websites findet man die unterschiedlichsten Formulare. Das kann ein Kontaktformular sein, ein Bestellformular oder ein Registrierungsformular. Darüber hinaus natürlich die weiteren, unzähligen Varianten an unterschiedlichen Formularen. Ob ein Besucher deiner Website jedoch ein Formular ausfüllt oder nicht, hängt von vielen verschiedenen Faktoren ab.

In diesem Artikel zeige ich dir einige Tipps, wie du deine Formulare optimieren kannst.

 

Warum sollte ich Formulare optimieren?

Es hängt es von vielen verschiedenen Faktoren ab, ob ein Nutzer ein Formular ausfüllt und absendet, oder eben nicht. Im Einzelfall kann das bei einem Shop eine Bestellung bedeuten. Bei einer Community eine neue Registrierung.

Dabei gibt es viele Möglichkeiten, Formulare falsch dazustellen. Der Nutzer muss wissen, was er ausfüllen soll. Er muss wissen, warum er die Angaben tätigen soll. Und er muss wissen, wie er das zu erledigen hat. Dabei helfen visuelle Reize ungemein. Angaben bei den einzelnen Feldern ebenso.

Die einzelnen Tipps möchte ich dir nun vorstellen.

 

Tipp 1: Formulare einfach gestalten

Die besten Formulare sind die, bei denen nur wenige Felder zu füllen sind. Es muss sofort klar sein, was man in jedes einzelne Feld einzutragen hat. Der erste Eindruck zählt – wie bei so vielen Dingen im Leben – auch hier ganz besonders. Du darfst den Nutzer nicht mit Informationen und Reizen überfluten. Er muss auf einem Blick sehen was wichtig ist.

Im Prinzip gibt es dabei zwei Varianten, die Label eines Formularfeldes anzuzeigen:

 

Variante 1: Text rechtsbündig neben dem Feld

In dieser Variante zeigst du das Label des Feldes rechtsbündig links vom Formularfeld an. Das hat den Vorteil, dass auf den ersten Blick ersichtlich ist, was in das entsprechende Feld eingetragen werden soll. Weiterhin wird die in Europa übliche Leserichtung „von links nach rechts“ eingehalten.

 

Variante 2: Text oberhalb des Feldes

Die zweite Variante besteht darin, das Label oberhalb des Formularfeldes anzuzeigen. Auch hier ist auf den ersten Blick ersichtlich, was in das einzelne Feld rein soll. Allerdings musst du darauf achten, entsprechende Freiräume zwischen den Feldern zu lassen. Stehen die Felder zu nah beieinander, könnte das wieder Verwirrung stiften. Es wird dann u.U. nicht klar, welches Label für welches Feld steht.

Auch in dieser Variante wird die hier übliche Leserichtung beibehalten: Von links nach rechts und von oben nach unten.

 

Tipp 2: Richtige Feldgröße verwenden

Genauso wichtig ist es, dass du die richtige Feldgröße für die einzelnen Felder des Formulars verwendest. So sollte das Feld für eine Postleitzahl in Deutschland 5-stellig sein. Darüber hinaus sollte es nicht genau so lang wie das Feld für den Ort sein. Ein Feld für ein Geburtsdatum sollte getrennt sein nach Tag, Monat und Jahr. Es sollte kein einzelnes Feld sein. Verwende alternativ einen Platzhalter oder direkt ein richtiges Datums-Feld.

Dadurch wir eine optische Relevanz von gefordertem Feldinhalt zum Formularfeld geschaffen. Dem Betrachter fällt es somit leichter, die einzelnen Felder auf einen Blick einordnen zu können.

 

Tipp 3: Pflichtfelder deutlich kennzeichnen

Pflichtfelder solltest du deutlich kennzeichnen. Dabei hat sich das Sternchen ( * ) als Kennzeichnung durchgesetzt. Achte darauf, dass es gut sichtbar ist. Auf den zusätzlichen Hinweis, dass man Pflichtfelder doch bitte auszufüllen hat, solltest du ebenso nicht verzichten. Auch kann es helfen, wenn du das Sternchen in roter Farbe darstellst. Dies ist genauso üblich.

Wenn jedes Feld ein Pflichtfeld ist, brauchst du die Sternchen nicht extra setzen. Ein Hinweis darf trotzdem nicht fehlen. Darüber hinaus stelle dir diese Fragen: Brauche ich die Angaben wirklich? Was ist mit den optionalen Feldern? Sind alle von Relevanz?

Beachte Tipp Nummer 1: Formulare so einfach wie möglich aufbauen.

 

Tipp 4: Feldeingaben direkt validieren

Gebe deinen Besuchern ein visuelles Feedback, wenn sie ein Feld korrekt ausgefüllt haben. Das kann bspw. in Form eines grünen Hakens rechts neben dem Formularfeld erfolgen. Im negativen Fall bietet ein kleines, rotes X einen optischen Reiz.

Das optische Feedback hilft den Nutzern beim Ausfüllen der Formulare. Es zeigt den Nutzern, dass sie das Formular vollständig ausgefüllt haben. Es zeigt, ob alle Angaben augenscheinlich korrekt sind. So lassen sich auch direkt Fehler in den Daten vermeiden. Das wiederum kann sogar deinen Support entlasten, indem er weniger Rückfragen stellen muss.

 

Tipp 5: Dialog aufbauen

Baue in deinen Formularen einen Dialog zu deinen Besuchern auf. Begrüße die Nutzer. Erkläre ihnen, warum du die geforderten Daten abfragst. Bedanke dich bei ihnen für das Ausfüllen der Formulare und gebe ihnen ein entsprechendes Feedback.

Insbesondere solltest du darauf achten, keine offenen Fragen aufkommen zu lassen. Je häufiger ein Nutzer beim Ausfüllen stockt, desto wahrscheinlicher springt er vor dem Absenden ab.

 

Tipp 6: Struktur ist wichtig

Insbesondere bei längeren Formularen ist eine gute Struktur immens wichtig. Teile dein Formular in mehrere, thematisch zueinander passende Bereiche auf.

Persönlichen Informationen sollten in einem eigenen Bereich stehen. Optionale Angaben, wie bspw. ein Feedback („Wie haben Sie zu uns gefunden?“),  sollten erst am Ende des Formulars stehen. Wichtig ist, dass die abgefragten Informationen zueinander passen.

Bei kurzen Formularen macht eine solche Abtrennung zwar wenig Sinn, allerdings ist auch hier eine gewisse Struktur wichtig. So solltest du, bspw. bei einem Registrierungsformular, nicht diese Reihenfolge verwenden: Nickname, Wohnort, Alter, Land, PLZ, Passwort.

Besser wäre in diesem Beispiel folgende Reihenfolge: Nickname, Passwort, Alter, PLZ & Wohnort (in einer Reihe), Land.

Diese Aufteilung macht Sinn und die Felder passen zueinander.

 

Tipp 7: Mobiles Layout nicht vergessen

Heutzutage benutzen viele Menschen Smartphones und Tablets um bequem von unterwegs aus auf das Internet zuzugreifen. Deswegen solltest du sie auf Mobilgeräte hin optimieren.

Insbesondere auf das richtige Tastaturlayout solltest du achten. So sollte der Nutzer in einem Zahlenfeld auch direkt Zahlen eingeben können, ohne erst die Buchstaben wegmachen zu müssen. Natürlich kannst du auch hier auf Webmasterparadies.de nachlesen, wie du Formulare für mobile Endgeräte optimieren kannst.

Bedenke: Durch jeden zusätzlichen Schritt, den ein Anwender machen muss, verschlechtert sich die Rate deiner Konversionen.

 

Tipp 8: Vertrauen stärken

Gerade für Online-Shops ist es wichtig, dass der Kund ein starkes Vertrauen aufbaut. Zum einen dürfen natürlich die Sicherheitshinweise (Verschlüsselung, Umgang mit den persönlichen Daten, etc.) nicht fehlen. Zum anderen muss aber auch das Design und das Layout stimmen. Es sollte professionell und nicht zu verspielt wirken.

 

Sicherheitshinweise

Hinweise zur Sicherheit dürfen auf keinen Fall fehlen, Wenn deine Nutzer Vertrauen aufbauen sollen. Dazu gehören Infos zur Verschlüsselung, sowie Infos zum Umgang mit persönlichen Daten. Auch Informationen zu Händlergarantien dürfen nicht fehlen.

Diese Informationen sollten stets „weiter hinten“ im Prozess stehen. Bei einem Bestellprozess solltest du sie also eher gegen Ende anzeigen, anstelle direkt zu Anfang. Je weiter der Bestellprozess fortschreitet, desto eher stellen sich die Nutzer diese Fragen. Am besten ist jedoch, wenn die Infos zur richtigen Zeit eingeblendet werden. Beispielsweise dann, wenn der Nutzer seine Bankdaten eingeben muss.

Wichtig ist daher auch, dass du Informationen nicht zu übertrieben platzierst. So sollten sie gut sichtbar in einem extra Bereich stehen, sich aber auch dezent ins Design einfügen. Keinesfalls sollten sie durch „blinkende Laufschrift mit Ton und Pfeilen“ auf sich aufmerksam machen – um es etwas übertrieben darzustellen.

 

Design

Das Design des Formulars sollte sich nahtlos in die Website einfügen. Das Gesamtbild muss stimmig sein und das Formular muss zur Website passen. Andernfalls verlieren die Besucher das Vertrauen. Die Anwender könnten denken, dass Formular hat nichts mit der Website zu tun. Möglicherweise sehen sie dann lieber von einer Bestellung ab.

Wie erwähnt, sollte das Design nicht zu verspielt sein. Die Farben müssen passen, ebenso wie der Kontrast.

 

Tipp 9: Werte vermitteln

Beispiel: Du möchtest, dass sich die Webseiten-Besucher bei deiner Website registrieren, da du eine Community aufbauen möchtest. Dazu muss man ein Formular ausfüllen. Wiederhole doch im Formular die positiven Vorteile, die deine Besucher durch die Registrierung haben.

Fasse dich dabei jedoch kurz. Ein bis zwei Sätze oder ein paar Schlagworte reichen meist aus. Fließtexte lesen die Nutzer an dieser Stelle eher nicht. Die Vorteile, die eine Registrierung mit sich bringt, sollte somit so kurz wie möglich angerissen werden.

 

Fazit

Gestaltung und Aufbau deiner Formulare ist immens wichtig, um eine gute Konversionsrate zu erhalten. Jedes zusätzliche Feld, jeder zusätzlicher Schritt verschlechtert diesen Wert. Versuche, möglichst simple Formulare zu erstellen. Erkläre, warum du die Informationen abfragst. Gebe deinen Anwendern Feedback und versuche, einen Dialog aufzubauen. Zeige deinen Seitenbesuchern, warum sie sich gerade bei dir registrieren sollen.

Ein sehr gutes Beispiel für ein gelungenes Registrierungsformular bietet übrigens Tumblr:

Tumbler Registrationsseite (Thumbnail)
So sieht die Registrierung von Tumblr aus.
(Bild anklicken um es größer darzustellen)

 

Zum Schluss sei gesagt: Diese Tipps stellen keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Sicher gibt es viele weitere Tipps zum Optimieren von Formularen.

Gerade großen Shops oder bekannten Portalen bietet sich die Möglichkeit, die Effektivität der Formulare bei den Kunden abzufragen. Bspw. im Rahmen eines allgemeinen Feedbacks oder durch Abfragen der Hotline, wenn ein Kunde anruft. Aber auch Tests durch Probanden, Eye Tracking, Mouse Recording und tiefgehende Analysen kann man Stärken und Schwächen eines Formulars herausfinden. Das ist jedoch oft mit hohen Kosten verbunden und lohnt sich daher nur für große Firmen.

 


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